Über uns

Die Interessen des Netzwerks lassen sich stichwortartig folgenderweise zusammenfassen:

  • Ontologie des Drehbuchs
  • Drehbuch-Philologie
  • Drehbuch-Historie
  • Drehbuchtheorien
  • Drehbuchbezogene Produktionsforschung
  • Methoden der Drehbuchforschung
  • Edition der Drehbücher

Die Hauptanliegen des Netzwerks sind u.a.:

  • Austausch von praktischen Forschungswissen (Archivbestände, Datenbanken, Förderprogramme, laufende Forschung etc.)
  • Vernetzung
  • Sichtbarmachung
  • Vernetzung, Zusammenarbeit, Planung und Durchführung von Projekten interdisziplinär und institutsübergreifend (Unis, FHs, etc) und ggf. auch unter Einbindung von Praktiker_innen aus der Drehbucharbeit
  • Formulieren gemeinsamer Interessen und Anliegen
  • Finden geeigneter und machbarer Formen diese umzusetzen (Publikationen, Tagungen, Workshops, Organisierung, Vernetzung, etc.)
  • Finanzierung

Grundlagen

Das Netzwerk verbindet ForscherInnen, die sich aus durchaus heterogenen Forschungsperspektiven und mit verschiedenen methodischen Zugängen mit dem Drehbuch als Text und Produktionsprozess auseinandersetzen. Unter dem Schlagwort „Drehbuch“ lassen sich alle Medien und Kommunikationsformen verbuchen, die erzählerisch-planerisch operieren, um bewegte Bilder in Produktion zu bringen. Insbesondere gehören dazu Schrift-Notate aller Art, wie z.B. Filmskripte, grafische und zeichnerische Entwürfe, Gespräche und Kommunikationsprotokolle, teilnehmende Beobachtungen an Entwicklungsprozessen u.v.a.m. Dieses Material kann neben der Kino- und Fernsehproduktiondurchaus auch in Buchveröffentlichungen, Lesungen, Kunstwerke, Computerspiele und Apps oder ähnliches umgesetzt werden.

Ein Netzwerk als kommunikative Plattform erscheint aus zwei Argumenten angebracht. Die Gründe ergeben sich zunächst aus dem Forschungsgegenstand selbst und sind gleichermaßen aus den Forschungsanliegen, die an Drehbücher herangetragen werden, zwingend.

Zugang/Archive

Es handelt sich bei dem Forschungsgegenstand Drehbuch um ein vermeintlich ephemeres Objekt eines Produktionsprozesses mit ausgeprägter Temporalität (Drehbuch als sogenannter Arbeits- und Funktionstext der Präproduktion und Produktion), was einen prekären Status von Einsicht und Verfügbarkeit nach sich zieht. Drehbücher und ihnen angelagerte oder ähnliche Dokumente sind für die Forschung im Regelfall schwer und umständlich zugängliches Material, sowohl in aktueller wie auch historischer Perspektive; gleiches gilt für ihre Kommunikationswege und Speicherorte.

Das Wissen über die Archivierung des für die Drehbuchforschung nötigen Materials zu bündeln, zu vernetzen und öffentlich zu machen, liegt im Interesse aller DrehbuchforscherInnen im deutschsprachigen Raum. Gleiches gilt für den Zugang zu zeitgenössischem Material, insbesondere was Produktionsfirmen, Programmanbieter und DrehbuchautorInnen betrifft. Es gilt also das Bewusstsein zu stärken, dass die Dokumente der Produktionnotwendiger Ausgangspunkt unserer Arbeit ist.

Inter- und Transdisziplinarität

Zweitens ist Drehbuchforschung zergliedert in unterschiedliche akademische Modelle und regelrecht ‚verstreut‘ über disziplinäre Felder – Auseinandersetzungen mit Drehbüchern finden sich ebenso in Film-, Fernseh-, Medien- und Literaturwissenschaft wie auch Linguistik, Kulturgeschichte, Media Industry bzw. Production Studies, Mediensoziologie u.a.

Ein gezielter, organisierter Austausch über disziplinäre und institutionelle Grenzen hinweg scheint daher erforderlich und ist bislangauf deutschsprachiger Ebene – im Unterschied zur internationalem Ebene, auf der das Screenwriting Research Network (SRN) seit über zehn Jahren Öffentlichkeit und Diskussionsräume schafft – kaum gegeben.

Zudem kann es angesichts der internationalen Forschungssituation zum Drehbuch nur opportun sein, eine ‚Öffnung‘ voranzutreiben gegenüber der insbesondere im deutschsprachigen Raum nach wie vor deutlich markierten Trennung zwischen geistes- und sozialwissenschaftlicher Forschung an Universitäten, künstlerischer Forschung an Fach- und Filmhochschulen sowie der Praxis von DrehbuchautorInnen, Storyboard-Artists, RedakteurInnen u.a.

„deutschsprachig“

Ausschlaggebend für das Netzwerk zur Versammlung deutschsprachiger Drehbuchforschung sind pragmatische Anliegen, also in erster Linie sprachliche Kompetenzen, das entsprechende kulturelle Wissen sowie die produktionslogistischen und sozialen Kontexte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Darüber hinaus haben sich in den vergangenen Jahren Diskussionen darüber ergeben, ob und wie je „national“ zu denken oder als „deutschsprachig“ zu (ent)hegen ein Drehbuch sein kann, gerade im Kontext einer internationalvernetzten Forschungslage und transnationalen Produktionslandschaft.

Die Konzentration auf Drehbuchforschung im deutschsprachigen Raum ergibt sich zunächst aus ganz praktischen Gründen: die Beteiligten haben einen engen Bezug zum deutschsprachigen Raum und beschäftigten sich zu einem relevanten Teil mit deutschsprachigen Drehbüchern. Dies bedeutet aber keineswegs, dass unsere Arbeit auf die deutsche Sprache begrenzt wäre. Drehbücher und Dokumente aus der Produktion, die mehrsprachig sind und/oder im Kontext von Migrationsprozessen stehen, sind für uns ebenso relevant. Schließlich bleibt die Forschung zu deutschsprachigen Drehbüchern und deren AutorInnen nicht auf die deutsche Sprache beschränkt, sondern wird etwa auch auf Englisch publiziert.

Sichtbarkeit

Eines der zentralen Anliegen des Netzwerks ist es unsere Arbeit, d.h. wissenschaftliche Drehbuchforschung im akademischen Umfeld und darüber hinaus, sichtbar zu machen und sie als Forschungsfeld in den oben genannten Disziplinen zu positionieren.

 

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